Kindheitserinnerungen – Schwarzbeerreinkalan

Schon seit langem schwebt der Gedanke in meinem Kopf, zum Thema Kindheitserinnerungen, KindSein zu schreiben.

Was macht eine Kindheit zur Kindheit? Und was veranlasst uns, die besonderen und schönen Momente in unserem Leben verstreichen zu lassen. Viele von euch wissen, dass ich noch keine Mama bin, jedoch bin ich die Schwester von zwei kleinen Zwergen. Das Leben hat mich reich beschenkt, denn ich habe die Gabe dieses ERFOLGREICH zu genießen.

Was ist Erfolg? 

Mit teuren, aufpolierten Autos morgens um 7:30 vor dem Kindergarten oder, ja, der Krabbelstube vorzufahren. Von Kopf bis Fuß gestylt, mit High Heels und Lippenstift, Sakko und „akkuraten“ Frisuren. In der rechten Hand das Handy, noch schnell Termine ausmachen, in der linken das Kind im Schlepptau, mit verschlafenem Gesicht. Türe auf, „bis später, mein Schatz!“, und der Tag kann beginnen. 

Später: Ein Afterwork Drink darf natürlich auch nicht fehlen. Den Terminkalender voll mit „wichtigen“ Events & noch wichtigeren Menschen. Eine Einladung hier, eine Einladung dort. Und ob man will oder nicht, da muss man einfach hin, um gesehen zu werden … gerade diese Menschen bereichern unser Leben insgeheim ungemein. 

In der Arbeit … 

… ständigem Druck ausgesetzt. Noch mehr erreichen. Noch größere Ziele stecken. Noch bessere Zahlen schreiben. Noch mehr Menschen treffen. Sich gegenseitig aufpushen. Noch schnell eine E-Mail beantworten. Zuhause warten sehnlichst die Kinder. Noch schnell dies, noch schnell das. Gemeinsame Sonntage verstreichen lassen, weil dies der wohl einzige Tag in der Woche ist, wo wir Zeit für Haus und Garten haben.

Ja, all das ist Erfolg. Das Streben nach mehr und mehr! Nach mehr Anerkennung, mehr Reichtum, mehr Freunden, einem Vorzeigehaus und Auto, den perfekten Garten und vieles mehr. Die Liste ist unendlich, obwohl sie so klein wäre. 

Was macht unsere Kindheit besonders? 

Gehen wir manchmal inne und denken zurück, was in unserer Kindheit besonders war? 

Es sind nicht die Erinnerungen an schicke Autos, tolle Kleider oder Anzüge, den gemähten Rasen oder gemachte Betten, die uns an unsere Kindheit erinnern. Es sind die ZEIT(EN) und schöne Momente die wir miteinander verbracht und gelacht, geweint und getröstet haben. 

Ich fand es spannend, als meine Stiefmutter zu meinem kleinen Bruder sagte: „Du darfst dich im Auto selbst anschnallen!“ Der Kleine war verblüfft und fragte „Warum DARF ich mich anschnallen?“ „Weil du das Glück hast, Eltern zu haben, die dir die Zeit schenken, um neue Dinge selbst auszuprobieren.“ Nun vergingen mindestens fünf Minuten und der Kleine durfte sich selbst anschnallen. ZEIT ist in unserem Leben der wesentliche Faktor. Wie wir diesen nutzen, obliegt uns selbst. Keiner wird später danach fragen, ob die Gläser poliert, das Auto geputzt oder der Rasen gemäht ist. Das Leben ist viel zu kurz und viel zu schön, um keine Zeit zu haben.  

„Einfach machen“ & Genießen 

Was unser Leben so großartig, besonders und aufregend macht. Erinnerungen an unsere Kindheit, unsere Vergangenheit und die Neugierde auf die Zukunft. Was ich an Kindern so bewundere? Sie leben den Moment, stellen sich nicht die Frage, „was wäre wenn“ und erleben jede Minute in der Gegenwart. Sie befassen sich nicht damit, was in zwei Wochen, Monaten oder Jahren sein wird! Sie leben das Leben. Natürlich kann man dies für ein „Erwachsenenleben“ nicht 1:1 übernehmen, jedoch können wir uns einiges abschauen, von ihnen lernen. Indem wir es zulassen, die Zeit mit ihnen zu genießen, zuzuhören und alles rundum und vor allem sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen. 

Gemeinsam an einem Tisch …  

Kochen und das gemeinsame Essen gehören in unserer Familie zu einem täglichen Ritual. Denn so viele schöne und besondere Momente in unserem Leben passieren an einem Tisch. Denkt an Entscheidungen, die getroffen werden, an Nachrichten die übermittelt werden, an besondere Feiern, an tagelanges Lernen für eine Prüfung … all das und viele weitere Erlebnisse passieren an einem Tisch. 

Sich Zeit nehmen und miteinander essen! Mit der Familie oder mit Freunden: Das sind Momente, die bleiben! Essen verbindet uns Menschen überall auf der Welt. Und was gibt es Schöneres, als mit den Kleinen gemeinsam zu kochen? Gemeinsam zu experimentieren und Spaß zu haben. Bevor gegessen wird, wird noch fleißig dekoriert, mit allem was der Garten oder die Kräutertöpfe so hergeben! Denn schon die Kleinen wissen, das Auge isst mit. 
Und … die einzige Zutat die man wirklich dazu braucht, ist ZEIT. 

Was kochen wir heute ? 

Heute kochen wir mit den Zwergen einen absoluten Klassiker aus meiner Kindheit. Es vermittelt ein Gefühl von Vertrautem, wenn das Haus in den vier Jahreszeiten nach verschiedenen Zutaten und Gerichten duftet. Traditionen werden aufrechterhalten und besinnen uns auf unseren Ursprung. Und ja, ich bin davon überzeugt, dass die Kleinen ihre Kinder eines Tages auch damit überraschen werden. Mein ursprünglicher Gedanke waren „Schwarzbeerreinkalan“. Die Kinder entschieden sich heute jedoch für Brombeeren. Denn die Schwarzbeeren seht ihr ja schon im Video!  Schlussendlich kommt es nicht darauf an was wir kochen, sondern  nur darauf, welche Erinnerungen wir gemeinsam schreiben. DENN das ist der wahre Erfolg des Lebens.

In Zusammenarbeit mit Kärnten Werbung, unter der Initiative von Slow FOOD, haben wir dieses Video produziert! DANKE vielmals für die vielen schönen Momente! Vor allem danke an meinen großartigen Kollegen Patrick Gutmann und an meine kunterbunte, grandiose Familie! Viele weitere Rezepte zum Thema Kindheitserinnerungen, wie beispielsweise einen Scheiterhaufen, einen herrlich duftenden Milchzopf, einen Griessbrei oder Milchfaferln mit Zimt, findet ihr in der Kategorie SÜßES

Schwarzbeerreinkalan mit Staubzucker
Gericht: Dessert
Länder & Regionen: Kärnten
Portionen: 16 Reinkalan
Zutaten
  • 6 Eier
  • Prise Salz
  • 180 g Milch
  • 50 g Schlagobers
  • Mark 1 Vanilleschote
  • 35 g brauner Zucker
  • 200 g Universalmehl
  • 350 g Schwarzbeeren
EXTRAS
  • Butter zum Braten
  • Staubzucker
  • Blumen zum Dekorieren
Zubereitung
  1. Eier trennen. Eiklar gemeinsam mit einer Prise Salz zu Schnee schlagen. 

  2. Eigelbe, Milch, Schlagobers, Mark der Vanilleschote und Zucker mit dem Schneebesen zu einer schaumigen Masse rühren. Mehl hinzugeben. Gut verrühren. 

  3. Eischnee löffelweise unterheben. Schwarzbeeren unterheben. 

  4. Ausreichend Butter in einer beschichteten Pfanne schmelzen. Bei mittlerer Hitze Schwarzbeermasse mit einem Schöpfer portionsweise in die Pfanne geben. (4 Stk.) 

  5. Beidseitig anbraten. Aus der Pfanne nehmen, auf Küchenrolle etwas abtropfen und großzügig mit Staubzucker bestreuen. Mit einem Glas Milch genießen.

  6. Tipp: Hierzu könnt ihr auch eine Kugel Vanilleeis servieren.

 

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